EU-Mehrwertsteuer-Reform zum 01.01.2020

Aufbruch in neue Umsatzsteuer-Welten

Am 04.12.2018 hat der RAT DER EU offiziell die MwSt-Reform der „Quick fixes“ beschlossen. Damit wird die größte MwSt-Reform seit 25 Jahren zum 01.01.2020 in allen EU-Mitgliedstaaten in Kraft treten. Das Jahr 2019 wird daher für die Implementierung der Neuerungen genutzt werden müssen.

Die Neuerungen umfassen die erstmalige Regelung der Zuordnung der Warenbewegung bei innergemeinschaftlichen Reihengeschäften in der MwStSystRL sowie die Implementierung der USt-IdNr. (und der Meldung in der Zusammenfassenden Meldung) als materiell-rechtliche Voraussetzung für die Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung sowie EU-weite Vereinfachungen bei Warenlieferungen über Konsignationslager.

Neben diesen Änderungen in der MwStSystRL, welche die Mitgliedstaaten in nationales Recht umzusetzen haben, wurde auch eine Vermutungsregelung bei den Belegnachweisen in der MwStDVO beschlossen. Die MwStDVO ist unmittelbar geltendes Recht in allen EU Mitgliedstaaten, so dass es hierfür keines Umsetzungsakts benötigt.

BMF bringt Gesetzesänderungen auf den Weg

Am 08.05.2019 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit der Vorlage des Referentenentwurfs für ein Jahressteuergesetz 2019 auch die eigenen Gesetzesentwürfe zur Umsetzung der sog. Quick Fixes veröffentlicht. Damit hat auch Deutschland nun mit der Umsetzung der Änderungen der MwSt-SystRL in das deutsche Umsatzsteuergesetz begonnen.

Der Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes 2019, das die amtliche Bezeichnung "Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften" trägt, ist auf der Homepage des BMF abrufbar.

Beträchtliche Auswirkungen auf die Praxis

Diese Reform der MwSt beim Warenverkehr im Binnenmarkt wird alle Unternehmen mit grenzüberschreitenden Umsätzen im Jahr 2019 mit der Prüfung des Handlungsbedarfs und ggf. Änderungsbedarf im Supply-Chain-Management und den unternehmensinternen Prozessen sowie ggf. einer Umstellung der Geschäftsbeziehungen über die EU-Grenze beschäftigen. Ein Jahr Umsetzungsperiode ist für ein Projekt dieser Größenordnung häufig knapp bemessen, insbesondere dann, wenn IT-Abläufe und Geschäftsprozesse angepasst werden müssen.

Das USt-Team der AWB hat sich bereits mit den Änderungen der MwStSystRL sowie aktuell dem Referentenentwurf befasst und bietet den „Quick Fixes Radar“ an, sodass Sie für Ihr Unternehmen den Handlungsbedarf feststellen können und rechtzeitig die internen Weichen für einen guten Start in die Neuregelung stellen können.

Quick Fixes Radar

Wir stehen Ihnen bei der Analyse des Status quo und Eruierung des Handlungsbedarf sowie bei der u. U. erforderlichen Neugestaltung der Lieferketten mit dem „Quick Fixes Radar“ gern zur Verfügung. Gemeinsam besprechen wir Ihre Geschäfts- und Lieferstrukturen und gestalten eine aktualisierte Matrix der Abläufe in Workshops; in Inhouse-Schulungen werden die Neuerungen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Einkauf, Vertrieb, Buchhaltung, Revision und Steuerabteilung in Ihren Unternehmen dargestellt. Idealerweise verbinden Sie die Reformumstellungen mit einer Statusanalyse (VAT-Health-Check) und dem weiteren Auf- und Umbau des Innerbetrieblichen Kontrollsystems in der Umsatzsteuer.

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